Kann ich FrontRunner?

Es ist soweit, einer der bekanntesten Sportartikelhersteller der Welt, ruft wieder nach neuen Jüngern.
Die Rede ist natürlich von Asics und der FrontRunner-Community.
Das erste Mal habe ich von der Idee der Asics-FrontRunner im Januar 2016 gehört und war von der Idee sehr angetan. Sie bietet die Möglichkeit für Hobbysportler, noch mehr in die Welt des Sportes einzutauchen und gleichzeitig für Sport und eine gesunde Lebensweise zu werben.
FrontRunner werden aber nicht nur Sportler von nebenan, sondern auch Profis aus Laufsport und Triathlon befinden sich in ihren Reihen. Eine Kombination, die es in sich hat. Welcher Sportler möchte nicht mal, mit seinen Vorbildern gemeinsam, an einem Event teilnehmen?

Na ja, vor zwei Jahren wusste ich selbst noch nicht genau, wo meine sportliche Zukunft liegt. Ich wollte eigentlich noch einmal versuchen, im Judo auf Angriff zu setzen und in der Bundesliga einige Erfolgsmomente, für meine Mannschaft und mich, einholen.
Mit diesem Plan im Kopf, kam eine Bewerbung als FrontRunner nicht in Frage.

Erst im Mai 2016 fing meine sportliche Laufbahn an, endgültig ins wanken zu geraten. Nach einer schweren Infektion meines linken Unterschenkels, mit Operation und langer Heilungsphase, war die Bundesliga – Saison gelaufen.
Ich hatte im Verlauf meines sportlichen Werdegangs schon viele schwere Verletzungen. Angefangen bei ausgekugeltem Ellenbogen und ausgekugelter Schulter, teilweise gerissenem linken Brustmuskel und einer Beckenfraktur, über etliche angerissene und komplett gerissene Bänder, sowie mehrere kleineren Verletzungen, habe ich fast nichts ausgelassen. Ich habe mich davon nie unterkriegen lassen.
Das waren sicherlich keine einfachen Zeiten, aber Aufgeben war nie eine Option.
Nun saß ich also mit einem riesen Loch in der Wade im Krankenhaus und hatte viel Zeit nachzudenken.
52224_4659352087195_1333201624_oEigentlich sollte das meine letzte Saison in der Judo-Bundesliga sein. Mein Studium und die nicht optimalen Trainingsbedingungen für Judo an meinem Studienort, würden es nicht länger zulassen, auf dem Niveau mithalten zu können.

Langes grübeln half nichts, je eher ich akzeptierte das meine 20 jährige, aktive Zeit als Judoka wohl vorbei war, umso eher konnte ich zu neuen Zielen aufbrechen.
Aber nur so ein bisschen Sport nebenbei würde mir als Leistungssportler nicht reichen.

Was also tun?
Triathlon ist doch eigentlich geil… und die Doku, da letztens auf YouTube, über den Ironman Hawaii war schon krass.
Das ich da eigentlich schon vom Triathlonfieber befallen war, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, aber vielleicht kam das Fieber auch von meinem Bein, oder eben andersrum.
Ich guckte erstmal spaßeshalber nach Langdistanz-Events in Deutschland und da kam ich nicht an der Challenge-Roth vorbei. Nach etlichen Berichten und Videos war es gänzlich um mich geschehen.
Ich will dahin. Ich will durch dieses doofe Tor laufen. Ich will mich dieser Herausforderung stellen.
Meine Freundin unterstützte mich von der ersten Sekunde an und war wahrscheinlich einfach nur froh, dass sie mich nicht noch mal irgendwo von der Judomatte kratzen muss.

Ein bisschen Zeit ging ins Land, die Challenge -Anmeldung stand vor der Tür und jeder, der schon mal versucht hat, sich bei der Challenge-Roth anzumelden weiß, dass die Plätze begehrt sind wie warme Brötchen. Das stimmt so vielleicht nicht ganz, es ist eher so, als wäre es das letzte warme Brötchen auf der Welt und alle ausgehungerten Triathleten versuchen ein Stückchen zu bekommen.
Ich hatte, Gott sei dank, das Glück einen der Plätze zu ergattern.
Das Training konnte ich allerdings noch nicht aufnehmen, denn mein Bein war noch immer nicht ganz verheilt.

IMG-20180124-WA0003Was macht man, wenn man etwas will, aber es noch nicht machen kann… man guckt anderen dabei zu (zumindest mache ich das immer so 😀 ).
Es dauerte nicht lange, bis der erste FrontRunner von Asics über meinen Bildschirm flimmerte. Ach ja, da war ja was.Es wäre doch cool, selbst ein Asics-FrontRunner zu sein.

Ich finde die Marke klasse, habe seit ewigen Zeiten Laufschuhe und Kleidung von ihr und war immer sehr zufrieden. Ich hatte auch schon Ausrüstung von anderen großen Marken, aber Asics ist immer die einzige Konstante in meinem Kleiderschrank.

„Was brauche ich denn, um ein FrontRunner zu werden?“, war da meine logische Schlussfolgerung.

Der Bewerber sollte Spaß an Bewegung haben und einen Fitness-Lifestyle leben.
Er sollte kontaktfreudig sein, sich in der Community engagieren, an Events teilnehmen und gerne Menschen motivieren bzw. inspirieren Sport zu treiben.
Er sollte für Asics brennen, die Produkte mögen und auch gerne weiterempfehlen.

Als ich die „Anforderungen“ das erste Mal gelesen habe, dachte ich: Na Mensch… das beschreibt mich doch eigentlich ziemlich gut.

Aber auch ein wenig Ernüchterung machte sich breit.
Die nächste Bewerbungsperiode startete erst wieder im Januar 2017.
Asics möchte in Gegenleistung ja auch ein gewisses Maß an Erfolg bzw. Präsenz in den sozialen Medien haben, welche ich zu diesem Zeitpunkt nicht hatte.

Die Zeit verging, 2017 kam schnell und ich bewarb mich, trotz meiner Recherche, recht naiv und voller Aufregung als FrontRunner. Wenngleich die Wahrscheinlichkeit sehr gering war, genommen zu werden, wollte ich es dennoch versuchen. Wie zu erwarten war, wurde ich nicht genommen.
Warum auch, ich war weder der beste Läufer oder Triathlet, noch hatte ich eine mediale Präsenz.

MOV_0206_000022-01Ja aber, warum eigentlich nicht?
Ich habe doch selbst viele Blogs, Webseiten und Instagramprofile gesehen und verfolgt. Habe mitgefiebert, wie es bei den einzelnen Akteuren läuft. Ich habe mich motivieren und begeistern lassen, habe viel gelernt und Freude sowie Leid der Sportler geteilt.
Ich kann das doch auch mal versuchen, schaden kann es nicht.
Gesagt, bzw. erstmal gedacht, getan. Einen Instagramaccount erstellt und los ging die wilde Fahrt.
Was soll ich sagen, ich war nie der große social-media-Mensch und Facebook diente mir seit langem nur noch zur Organisation des Studiums, aber das da auf Instagram machte echt Spaß.

Nach und nach bekam ich mehr Nachrichten und Fragen, wie ich was mache, warum ich  gerade dieses Training absolviere oder wie meine Meinung zu meinem neusten Equipment ist.
Ich lernte und lerne immer noch viele neue und interessante Menschen kennen und freue mich sehr über jeden, den ich ein bisschen motivieren oder dem ich ein Stück helfen kann.
Es ist natürlich auch für mich schön, dass mein Tun und Handeln auf Zustimmung und Resonanz trifft.
Auch das Jahr 2017 verging schnell. Einige Triathlon- und Laufevents liegen hinter mir, darunter Sprint- und olympische Triathlondistanzen ein Marathon, Halbmarathon, und kürzere Läufe sowie, mein persönliches Highlight, das finishen der Challange Roth.
Und nun sitze ich vor meinem Laptop und überlege, ob ich mich erneut bewerben soll. Meine Einstellung hat sich nicht geändert und schaden kann es immer noch nicht.

Ich denke, ich bin bereit.

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