Allein oder in der Gruppe?

Für manche ist der Gedanke dem inneren Schweinehund alleine den gar aus zu machen, genauso abschreckend, wie für andere sich dem Zwang der Gruppe zu unterwerfen.  Die Gedanken die sich in den Köpfen vieler abspielen, kennt denke ich jeder:

„Die anderen sind bestimmt viel besser als ich“,
„wenn ich alleine trainiere, komme ich mir albern vor“,
„ich will mich nicht blamieren“,
„wenn ich alleine Laufe, bin ich immer so fertig und fühle mich so langsam“,
„dann sehen alle, wie rot ich immer werde“,
„meine Lauf- oder Trainingsgruppe kann heute nicht… dann mache ich auch nichts“.

Meiner Meinung nach sind sie alle unbegründet. Es gibt bestimmt Leute, die über  Trainingskameraden lachen oder sie böswillig aufziehen, aber mit so jemandem würde ich nur einmal trainieren und danach kann er oder sie mir getrost den Buckel runterrutschen. Denn, egal ob in der Gruppe oder alleine, letztlich trainiert man nur sich selbst, sowohl mental als auch körperlich, Jeder der sich allein durch den Park quält, schlägt alle die, die zuhause auf der Couch rum vegetieren oder sich über Äußerlichkeiten monieren um Längen.

Wer ein absoluter Neuling in einem Sport ist, ist immer gut beraten sich erstmal einen Verein zu suchen. So kann man wahrscheinlich den meisten Anfängerfehlern ein Schnippchen schlagen und von den Erfahrungen der anderen profitieren. So ein Verein kann auch eine prima Motivation sein, den neuen Sport weiter zu betreiben. Noch ein Faktor ist, dass man viele interessante Leute kennen lernt und Freundschaften fürs Leben schließen kann.

All das hat man als Solosportler eher nicht.
Ein Vorteil, wenn man allein unterwegs ist, ist jedoch sicherlich die Ruhe.
Ich kann mich manchmal so sehr auf mich selbst besinnen, dass ich nach beispielsweise 6 Kilometern aus meinen eigenen Gedanken aufwache und feststelle: „Huch…hier bist du schon“, ohne eine konkrete Erinnerung an den letzten Abschnitt meines Laufes zu haben – ein herrliches Gefühl. Ich stelle mir manchmal vor, wie es wohl aussehen mag, wenn ich geistig total weggetreten mit leerem Blick durch die Gegend laufe. Egal, zurück zum Thema. Alleine kann ich auch immer mal spontan meine Strecke ändern, stehen bleiben und mich umschauen, einen schönen Platz genauer in Augenschein nehmen oder einfach mal durchatmen.

Wichtig ist, es gibt keinen Zwang. Jeder der Lust hat Sport zu treiben, sollte das tun, ob nun mit oder ohne Begleitung.
Welcher Typ man letztlich ist oder was man lieber mag, findet man nur heraus, wenn man es ausprobiert. Auch der verbissenste Individualist kann in der richtigen Gruppe menschliche und sportliche Durchbrüche erleben. Für jede Situation gibt es das richtige sportliche Umfeld, auch wenn es sich dabei manchmal nur um die eigenen Gedanken handelt. Wie ich schon geschrieben habe, wird nur der gewinnen der etwas wagt, in diesem Fall heißt das, gewinnen an Erfahrung.

Ich selbst trainiere oft alleine. Aber ich mache das, weil ich zeitlich eng eingebunden bin und daher nicht immer eine passende gemeinsame Zeit mit Freunden oder Laufgruppen finde. Meine Erfahrungen zeigen mir, dass das überhaupt nicht schlimm ist, im Gegenteil, es fördert eigentlich nur die Spontanität.
Ich versuche in meiner eigenen Trainingsplanung immer locker zu bleiben und es so zu nehmen, wie es kommt.

Am Ende kann und will ich hier nicht mehr anbieten, als mein persönliches Fazit:
Alleine kann ich einfach mal abschalten, was für mich im stressigen Alltag ein hohes Gut ist, welches ich nicht missen möchte.
Wohingegen ich in der Gruppe angespornt und motiviert werde und auch selbst motivieren kann, um gemeinsam Tiefpunkte und Höhen zu meistern.
Die Mischung macht’s!

 

 

 

 

 

 

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