Wer oder was ist Maurten?

Wenn man sich mit dem Thema Marathon beschäftigt oder auch mal einen längeren Triathlon angehen möchte, kommt man um das Thema Wettkampfverpflegung nicht herum. Es gibt zahlreiche Anbieter auf dem Markt, die mit allerhand Inhaltsstoffen und Geschmäckern werben, aber letztlich muss die jeweilige Verpflegung nur einen Sinn erfüllen: Energie liefern und nach Möglichkeit lange drin bleiben.

Sicherlich sind Geschmäcker verschieden und manche haben einen Stahlmagen, der auch einen Döner während des Wettkampfes munter weg verdaut. Alle anderen müssen sich schon ein bisschen mit dem Thema auseinandersetzen und auch manches ausprobieren: Bekommt mir ein Produkt mit viel Fruktose besser, klebt mir das Produkt nach 10 km den Mund oder im schlimmsten Fall den gesamten Rachen zu, ist das Handling einfach, schmeckt es so scheußlich, dass ich es nach 2 km schon nicht mehr sehen kann…usw.

Ich persönlich vertraute bisher auf Powerbar-Gel, aufgelöst in meiner Radflasche oder auch mal pur auf der Laufstrecke. Allerdings ist das mit der Verpflegung so eine Sache die sich auch langsam mit den eigenen Erfahrungen entwickelt.

Vor einiger Zeit schrieb mich eine Firma aus Schweden bei Instagram an, ob ich nicht Lust hätte mal eines Ihrer Produkte zu testen. Ich, als armer Student, habe natürlich ja gesagt, wenn etwas kostenlos ist, bin ich erstmal nicht wählerisch.

Beim genaueren Recherchieren wurde mir klar, dass da nicht irgendwas auf dem Weg zu mir ist, sondern ein Testpaket von Maurten. Für alle denen Maurten nichts sagt (hat es mir im übrigen auch erstmal nicht), Maurten ist einer der ausgewählten Partner im Projekt Marathon sub2hrs. Weiterhin sind sie Partner von Athleten wie:

Geoffre Kamworor (02:10:53), Galen Rupp (02:09:20) oder Eliud Kipchoge (02:03:32)

Ich sitze also zu Hause und warte sehr gespannt auf mein kleines Testpaket, da das aber auf sich warten ließ, hatte ich genug Zeit um mich mit der Theorie hinter der Maurten-Formel zu beschäftigen.

Die Jungs und Mädels von Maurten haben sich gedacht, was soll der Sportler mit den ganzen Zusatzstoffen, die die Farbe auf hübschen (wenn ich im Wettkampf auf der letzten Rille bin, freue ich mich nur mäßig über eine schöne pinke Farbe in meiner Flasche), Geschmacksstoffe die das ganze nur noch mehr verkünstlichen etc.

Bei Maurten gibt es keine Farbstoffe, keine Geschmacksverstärker oder ähnliches, sowie keine zugesetzten Säuren. Sie haben versucht alles auf ein Minimun zu reduzieren und so gleichzeitig die Verträglichkeit zu maximieren.

Der wichtigste Punkt was die Verträglichkeit angeht, ist allerdings die Zusammensetzung der Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette). Je mehr Kohlenhydrate wir in weniger Zeit aufnehmen, umso eher schnappt unser Magen überlastet ein und teilt uns seine Meinung zu diesem Thema unmissverständlich mit. Soweit die Theorie. Jetzt ist die Frage wie man das umgehen kann.

Maurten hat daraufhin mit einem Verfahren experimentiert, große Mengen Kohlenhydrate mit natürlichen Hydrogelen zu ummanteln, die eine bessere und schnellere Aufnahme garantieren sollen.

Im großen und ganzen hat ein Maurten-Sportgetränk 5 Inhaltsstoffe:

Maltodextrin, Fruktose, Pektin und Algin (die beiden bilden das sog. Hydrogel) sowie Natriumchlorid (Salz)

Aller Theorie zum trotz, kann man ja erst sagen, ob es gut ist, wenn man es selbst auf Herz und Nieren oder in diesem Fall eher Magen und Darm getestet hat.
So begann das warten und als ich schon gar nicht mehr damit gerechnet hatte, lag da ein kleines unscheinbares Päckchen vor meiner Tür.

Im Paket selbst waren eine kleine Trinkflasche sowie das eigentliche Produkt, in zwei Stärkegraden, welche sich im Grunde nur in der Menge der Kohlenhydrate unterscheiden.

Flasche mit Wasser gefüllt, Maurtenpulver, rein gut mischen und raus aufs Rad zur ersten Testfahrt. Der Geschmack ist tatsächlich nahezu neutral, also es ist nicht wie Wasser, aber klar zu definieren ist es auch nicht. Bei der größeren der beiden Pulvertütchen (beide werden in 500 ml Wasser aufgelöst) hat man manchmal das Gefühl, dass es sich nicht komplett auflöst. Das ist bestimmt nicht jedermanns Sache, aber mich hat es nicht großartig gestört. Was mir sehr gefallen hat ist, dass es keinen Nachgeschmack im Mund hinterlässt und auch überhaupt nicht klebt.

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Aber wichtig sind ja die versorgenden Eigenschaften des Ganzen. Während meiner 80 km langen Radfahrt bei ca. 26 Grad, konnte ich keine großen Leistungseinbrüche erkennen, auch einen Hungerast konnte ich nicht mal erahnen. Meinen ersten Test hat Maurten also bestanden.
Auf zu Test Nummer Zwei. Die Belastung für Magen und allem was noch an ihm dranhängt, ist beim Radfahren ja eher gering, also war meine Schlussfolgerung: Jetzt geht es ans Laufen.

Einen Tag später wurde alles neu gemischt, die Sachen gepackt und es ging ins Stadion. Bester Sonnenschein, wenig Wind und viel Motivation brachten gute Voraussetzungen für einen erneuten Testlauf (im wahrsten Sinne des Wortes).
Die ersten Kilometer liefen, trotz top Bedingungen, nicht ganz Rund. Mein Magen wollte nicht so recht mithalten. Es wurde im Verlauf des Trainings zwar besser, aber ich wurde doch ein wenig skeptisch. Einmal ist keinmal, also neues Training, neues Glück und siehe da: Keinerlei Probleme.

Auch im weiteren Verlauf konnte ich keine weiteren Magenprobleme feststellen und versuche daher ein kleines Fazit zu ziehen.

Die Verträglichkeit ist gut, die Energiebereitstellung ist super, auch den Geschmack bzw. den Nicht-Geschmack empfand ich als angenehm und dass der Mund nicht zukleistert nach einem Schluck aus der Flasche ist auch ziemlich cool.
Im Preis unterscheidet sich Maurten übrigens nicht groß von anderen Herstellern, allerdings wird es nur in größeren Paketen verkauft, also schnell mal in die Drogerie und ein Päckchen für das Feierabend – Training kaufen, funktioniert leider nicht.

Einen Kritikpunkt habe ich aber doch:
Die Dosierung ist nicht ganz einfach, wenn man mal länger als 3 Stunden unterwegs ist und dementsprechend mehr Getränk mitnehmen muss, wird der Platz am Rahmen oder in der Trinkblase schon mal eng. Denn pro Tüte Maurten, sollten 500 ml Wasser aufgenommen werden, um die Verträglichkeit zu optimieren.

Ich kann Maurten abschließend jedem empfehlen, der Probleme mit anderen Energieträgern hatte oder generell sehr empfindlich auf kohlenhydratreiche Produkte reagiert. Ich denke, dass es das perfekte Mittel für alle, nicht gibt und jeder selbst schauen muss, was am besten zu ihm passt.
Ich für meinen Teil werde Maurten für schnelle und nicht allzu lange Trainingseinheiten definitiv weiter ins Auge fassen.

 

Falls ihr es auch schon mal ausprobiert habt oder grade am testen seid, könnt ihr gerne ein Kommentar mit euren Erfahrungen da lassen.

Mit sportlichem Gruß

Peer

 

 

 

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